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ANFECHTUNGEN UND ANTWORTEN
Die Vorwürfe gegen Landesbischof Meiser

„Diskussion 2006“

ANTWORTEN AUF DIE VORWÜRFE VON PROF. STEGEMANN BEI DER AUSSPRACHE ÜBER DEN BERICHT DES LANDESBISCHOFS AUF DER LANDESSYNODE IN RUMMELSBERG VOM 26.-29.11.20006

Bei o.g. Landessynode ergriff der Neutestamentler Prof.Stegemann (Augustana-Hochschule, Neuendettelsau) das Wort und stellte die verschiedensten Anschuldigungen gegen Hans Meiser in den Raum, ohne dass ihm widersprochen worden wäre. Nachdem es Prof.Stegemann schon einige Monate zuvor gelungen war, dass das „Hans Meiser-Haus“ der Augustana-Hochschule umbenannt wurde, war dies nach diversen medialen Attacken ein weiterer Höhepunkt in seinem Feldzug gegen den ersten bayerischen Landesbischof, der zusammen mit Georg Merz diese Universität mitbegründet und sie 1947 feierlich eröffnet hatte. Im Folgenden seien Prof.Stegemanns während der Landessynode erhobenen Anschuldigungen genannt, denen sich die Widerlegungen anschließen:

- „Meiser ist in besonderer Weise mit Antisemitismus belastet“
Dieser Vorwurf hängt mit der Definition des Begriffes „Antisemitismus“ ab. Geht man nach dem Gebrach des Wortes zwischen 1926-1945, so war Hans Meiser sicher kein Antisemit, sondern er stand in klarer Gegnerschaft zu den Antisemiten und wurde von ihnen als Judenfreund bezeichnet. Auch nach der Definition des Bertelsmann Lexikons von 1991 war Hans Meiser kein Antisemit. Jedoch scheint sich der Begriff von 1991 bis heute fortentwickelt zu haben, da er als Oberbegriff für alle Arten von Judenfeindlichkeit gilt.
Hans Meisers Aufsatz von 1926, der Vorurteile gegen Juden transportiert, kommt freilich zu ganz anderen Schlüssen als die Antisemiten seiner Zeit. Hans Meiser wehrt sich darin sogar gegen „die widerliche Verhöhnung und niedrige Beschimpfung der Juden, wie sie uns vielfach in antisemitischen Hetzblättern begegnet“ und mahnt: „Gott hat uns nicht zur gegenseitigen Vernichtung, sondern zum gegenseitigen Dienst und zur gegenseitigen Förderung geschaffen.“ Generell war dieser Aufsatz als Hilfe für Christen gedacht, wie diese sich Juden gegenüber zu verhalten hätten. Hans Meiser nennt diesbezügliche Verhaltensmaßnahmen am Ende des Artikels: „Mit Freundlichkeit grüßen, mit Selbstverleugnung tragen, durch hoffende Geduld stärken, mit wahrer Liebe erquicken, durch anhaltende Fürbitte retten.“ Eine Frau Elli Schwanhäußer äußerte sich damals sinngemäß zu diesem Artikel, dass er den Christen endlich Verhaltensrichtlinien gegenüber den Juden geben würde, denn wie die Antisemiten mit den Juden umgingen, könne der Judenplage (sic!) nicht gerecht werden. Gerade vor diesem Hintergrund der judenfeindlichen Bevölkerungstendenzen gewinnt Meisers Artikel an Bedeutung, eben weil er sich gegen die Antisemiten stellt. In seinem Buch „Wächter und Haushalter Gottes“ schreibt Julius Schieder, sich auf diesen Artikel beziehend, im Jahr 1956: „Es ist interessant und bewegend zu sehen, warum er [Hans Meiser] eigentlich 1934 gerade in Nürnberg in der Öffentlichkeit so schwer beschimpft wurde. Das geschah, weil er als Direktor des Predigerseminars in Nürnberg schon in der Frühzeit eine ganz ernste Warnung gegen den aufsteigenden Antisemitismus geschrieben hatte.“

- „Meiser hat Amtsvorgänger Veit aus dem Amt gedrängt“
Kirchenpräsident Veit trat am 11.4.1933 zurück. Als Grund gab er eine Versammlung des Pfarrervereins am 6.4.1933 an. Mehrere Personen hätten ihn zum Rücktritt gedrängt, so z.B. Staatsrat Merkel. In einer außerordentlichen Sitzung des Landeskirchenrats am 12.4.1933 wurde festgelegt, dass Oberkirchenrat Böhner die Stellvertretung Veits übernahm. Als Jurist konnte Böhner jedoch keine oberhirtlichen Aufgaben wahrnehmen, so dass Hans Meiser in dieser Sitzung mit der Wahrnehmung dieser Aufgaben betraut wurde, weil er seinen Amtsitz in München hatte. Von 1945-1948 haben sich Friedrich Veit und Hans Meiser zum Geburtstag und zu Neujahr gegenseitig Briefe bzw. Postkarten geschrieben.

- „Meiser ist von den Nationalsozialisten begrüßt worden als jemand, der mit ihnen konveniert und mit ihnen auch inhaltlich übereinstimmt.“
Dass Hans Meiser inhaltlich mit den Nazis übereingestimmt haben soll, ist aus der Luft gegriffen. Er war nie Mitglied der NSDAP. Vermutlich war er aber auch kein überzeugter Demokrat. Hans Meiser war geprägt durch das Kaiserreich und abgestoßen von der Weimarer Republik, der allgemein die Schuld an Gottlosigkeit, Arbeitslosigkeit, Geldentwertung und dem verlorenen Ersten Weltkrieg gegeben wurde. Man kann vermuten, dass Hans Meiser die Monarchie wiederhaben wollte, wenn dies möglich gewesen wäre. Die wenigsten Menschen durchschauten im Jahr 1933, dass die NSDAP ein völlig atheistisches Weltbild vertrat und einen mit einem nationalen Mäntelchen versteckten Kommunismus einführte. Fest steht, dass Hans Meiser aufgrund der lutherischen Zwei-Reiche-Lehre den NS-Staat als göttlich gegebene Obrigkeit akzeptierte, genauso wie es zuvor mit der Weimarer Republik und später mit der Amerikanischen Militärregierung hielt. Das bedeutet, dass er die formalen Forderungen des Staates erfüllte, solange sie nicht dem lutherischen Bekenntnis widersprachen.

- „Die erste Proklamation des LKR nach seiner Wahl war eine Begrüßung des Nationalsozialismus.“
Dieser Satz ist in mehrfacher Hinsicht falsch. Fakt ist, dass Oberkircherat Böhner nach dem Rücktritt Veits am 13.4.1933 als dessen Stellvertreter zwei Rundschreiben an sämtliche bayerischen Pfarrer verschickte, wobei eines nur für die Pfarrer und das andere zum Vorlesen für die Kirchenvorsteher und die Gemeinden gedacht war. Die als „Kundgebung“ betitelte und mit „Der Landeskirchenrat“ unterschriebene Proklamation liest sich heute in der Tat nicht nur als Begrüßung, sonder als Anbiederung der bayerischen Landeskirche an den NS-Staat. Ob der Text aus der Feder Meisers oder aus der Böhners stammt, darüber gibt es keinen Aufschluss. Hans Meiser war zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Kirchenpräsident gewählt. Die Wahl erfolgte am 4.5.1933 auf der außerordentlichen Synode in Bayreuth. Ein dem obigen Schriftstück ähnliches, nach dem 4.5.1933 verfasst, ist bis heute nicht bekannt geworden.

- „Meiser hat durch das Angebot der Deutschen Christen ein Ermächtigungsgesetz erlassen, das dem Ermächtigungsgesetz von Hitler abgeschrieben war.“
Das Ermächtigungsgesetz wurde auf der Synode am 4.5.1933 beschlossen. Es war in sechsstündiger Beratung vom Rechtsausschuss der Landessynode aufs Gründlichste vorbereitet und in zwei Lesungen ohne Debatte einstimmig angenommen worden. Von dem staatlichen unterscheidet es sich in einem entscheidenden Punkt, nämlich dass dem Landesbischof der Landessynodalausschuss als Kontrollorgan beigegeben wurde. Das Ermächtigungsgesetz hat in zweifacher Hinsicht zum Überleben der bayerischen Landeskirche im NS-Staat beigetragen: Zum einen wurde die Stellung des Landesbischofs bei den Verhandlungen um eine Deutsche Reichskirche gestärkt. Zum anderen war es unmöglich, Hans Meiser nach vier Jahren des Amtes zu entheben, nachdem sich eben herausgestellt hatte, dass er die Deutschen Christen auf das Schärfste bekämpfte, am lutherischen Bekenntnis strikt festhielt und passiven Widerstand gegen alle Versuche des Staates leistete, die Kirche in ihren Rechten zu beschneiden.

- „Der Titel ‚Landesbischof’ war ein Kotau vor dem Führerstaat“
Ob das Oberhaupt der bayerischen Landeskirche „Kirchenpräsident“ oder „Landesbischof“ heißen soll, ist eher eine theologische denn eine politische Frage. Schon in den Verfassungsverhandlungen 1920 gab es eine entsprechende Diskussion über den Titel. Was die Verleihung resp. die Annahme des Titels „Landesbischof“ mit einer Verbeugung vor dem Zeitgeist zu tun haben soll, ist nicht nachvollziehbar.

- „Bei seiner Einführung fehlte das Bürgertum weitgehend.“
Die Amtseinführung am 11.6.1933 wurde auch im Rundfunk übertragen. Gleichzeitig nahmen tausende Personen aus dem Bürgertum, Vertreter von Behörden, Verbänden u.ä. an der Amtseinführung teil, teilweise in SA-Uniform, wie auch die Film- und Photoaufnahmen dieses Ereignisses zeigen. Die Partei wollte durch ihre Anwesenheit demonstrieren, dass sie sich nicht gegen die Kirche stellen würde – was jedoch schon kurze Zeit später geschah. Die obige Behauptung verrät eine völlige Unkenntnis der Geschichte. Die Mehrheit des (protestantischen) Bürgertums hatte in „demokratischer“ Wahl im Januar 1933 die NSDAP gewählt.

- „Meiser hat den Überfall auf Polen und die Sowjetunion begrüßt.“
Der Text der Kanzelabkündigung vom 29.10.1939 zum Polenfeldzug stammt nicht von Hans Meiser, sondern von der Deutschen Evangelischen Kirchenkanzlei. Sie traf zudem nicht überall rechtzeitig in Bayern ein, so dass sie dort gar nicht verlesen werden musste. Am 5.11.1941 nennt Hans Meiser ein Ergebenheitstelegramm des Geistlichen Vertrauensrates der Deutschen Evangelischen Kirche an Hitler aus Anlass des Russlandfeldzuges „unmöglich und verheerend“ Öffentliche Proteste gegen den Krieg hätten eine Anklage wegen Wehrkraftzersetzung zur Folge gehabt. Aus heutiger Sicht müssen kriegsbejahende Äußerungen kritisiert werden, allerdings nur von Personen, die keine Sympathien für gewaltbereite Terroristen zeigen. Auch bei so genannten Verteidigungskriegen ist Vorsicht geboten (z.B. Amerika gegen Irak), da im Jahr 1939 der Polenfeldzug der deutschen Bevölkerung ebenfalls als Verteidigungskrieg „verkauft“ wurde.

- „Meiser hat 1943 noch abkündigen lassen, dass die Protestanten für Hitler eintreten und ihm Segen wünschen für seine Politik.“
Das Beten für die Obrigkeit hat in der protestantischen Kirche eine lange Tradition, was daran liegen kann, dass über Jahrhunderte der Herrscher gleichzeitig der „summus episcopus“ der evangelischen Kirche war. Für Hitler wurde in der bayerischen Landeskirche ab 1933 jedes Jahr zu seinem Geburtstag gebetet. Es ist sicher nicht unvernünftig, wenn man für seine Obrigkeit um göttliche Eingebung bittet, vor allem, wenn einem der aktive Widerstand durch die Zwei-Reiche-Lehre verwehrt ist.

- „Meiser hat den Hitlergruß im Religionsunterricht eingeführt und selbst den Hitlergruß bei häufiger Gelegenheit ausgeführt.“
Diese Aussagen sind falsch. Angeordnet wurde der so genannte Deutsche Gruß im Religionsunterricht am 7.3.1934 durch das Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Hans Meiser hat diese Anordnung an die Pfarrer weitergeleitet. Er hat ihr allerdings auch nicht öffentlich widersprochen, um zu vermeiden, dass der Religionsunterricht abgeschafft werden konnte. Im Gottesdienst waren weder Parteikleidung noch Deutscher Gruß erwünscht. Bei den Aufnahmen, die Hans Meiser mit ausgestrecktem Arm zeigen, handelt es sich um normales Zuwinken, wie dies auch die Queen oder jeder Staatsmann tut, ohne dass man ihn der Sympathie zum Nationalsozialismus zeiht. Auch das Photo auf dem Balkon in der Arcisstraße zeigt Hans Meiser mit ausgestrecktem Arm. Da er aber gerade von den Nazis festgesetzt worden war, wird er wohl kaum die Gemeinde mit Hitlergruß willkommen geheißen haben.

- „Meiser hat sich gegen die Entnazifizierung gestellt.“
Hier machen es sich die Kritiker Meisers zu einfach. Hans Meiser hat sich zusammen mit Kardinal Faulhaber im Jahr 1945 in zwei Eingaben an die Amerikanische Militärregierung gegen willkürliche Massenverhaftungen gewendet und rechtsstaatliche Verfahren zur Verurteilung von NS-Verbrechern eingefordert. Darüber hinaus baten beide um Gnade für die Bevölkerung. Die heutige Kritik großer Kreise an der Behandlung der Gefangenen von Quantanamo zielt in die gleiche Richtung.

- „Meiser hat Kriegsverbrechern geholfen.“
Dieses Gerücht hält sich hartnäckig. Hans Meiser kritisierte die Nürnberger Prozesse nicht deswegen, weil dort Verbrecher angeklagt waren, sondern weil die Verfahren dem deutschen Recht widersprachen. Er weigerte sich strikt, als Entlastungszeuge im Gestapoprozess aufzutreten. Die bayerische Landeskirche bezahlte zusammen mit der Inneren Mission, der Caritas und der katholischen Kirche ein Rechtsanwaltsbüro, das ausgewählte Angeklagte anwaltschaftlich vertrat. Dem heutigen Kenntnisstand nach saß Hans Meiser nicht einmal in der Kommission, die über die Verwendung der Gelder entschied. Im Nachlass von Hans Meiser finden sich viele Bittbriefe, in denen er um Unterstützung für einzelne Angeklagte gebeten wurde. Zur seelsorgerischen Unterstützung der angeklagten und verurteilten Internierten setzte Hans Meiser einzelne Pfarrer ein, z.B. Karl Steinbauer, der aufgrund seiner Erfahrungen im KZ die Täter wesentlich besser zur Umkehr rufen konnte als andere Personen.

- „Meiser hat von 1926-1944 einen rassischen Antisemitismus vertreten.“
Zu diesem Vorwurf siehe Seite 1. Dass er nicht öffentlich gegen die Judenverfolgung protestierte, auch als er 1943 vom Lemppschen Kreis dazu aufgefordert wurde, hängt damit zusammen, dass den Kirchverantwortlichen bewusst war, dass jeder Protest in einem Desaster für die eigene Kirche wie für die Juden enden würde. Beispielhaft steht dafür der Protest des Bischofs von Utrecht 1942, auf den hin die Nazis tausende von katholischen Nichtariern deportierten (darunter die konvertierte Philosophin Edith Stein, die dabei umkam). Hätte Hans Meiser theatralisch protestiert (und hätte er dies überlebt), hätten die Nazis vermutlich genauso gehandelt wie in Holland. Und heute würde ihm die Kritiker vorwerfen: Hätte er nur geschwiegen, dann wären viele Tausende gerettet worden.

- „Meiser hat das jüdische Volk für eine minderwertige Rasse erklärt.“
Dieser Vorwurf ist nicht richtig. Hans Meiser hat im Aufsatz von 1926 die Juden zwar als eine andere Rasse, aber als eine der deutschen gleichwertige Rasse bezeichnet. In dieser Meinung ging er konform mit den jüdischen Zionisten.

- „Meiser hat von einer Mischehe mit Juden abgeraten.“
Das stimmt. Der Begriff „Mischehe“ war im Jahr 1926 ein theologischer Begriff für eine konfessionsverschiedene Ehe. Seine heutige Bedeutung erlangte er erst im Jahr 1935. Hans Meiser ging selbst aus einer Mischehe (evangelisch-katholisch) hervor. Vielleicht sind seine Erfahrungen hier eingeflossen. Es gab nach der Jahrhundertwende einige wenige Mischehen zwischen Christen und Angehörigen der mosaischen Kultusgemeinde.

- „Meiser hat 1943 in einem Schreiben an den Reichsfinanzhof das AT zu einem Kronzeugen für den Antisemitismus gemacht.“
Dies ist – wie auch Juristen mittlerweile festgestellt haben – grundfalsch. Hans Meiser hat versucht, einen grundlegenden Angriff des NS-Staates auf die Kirche abzuwenden. Er hat die Grundlagen seines Glaubens verteidigt. Durch das Urteil des Reichsfinanzhofes ist es de facto zu einem Druckverbot des Alten Testaments gekommen. Der Text ist dadurch schwer verständlich, weil Hans Meiser, um mit seinem Widerspruch besseres Gehör zu finden, immer wieder Teilsätze aus dem Urteil des Reichsfinanzhofes zitiert. Den Brief ohne das vorangegangene Urteil zu bewerten, ist unwissenschaftlich.
Dies führte letztlich zur Umbenennung der Bischof Meiser-Straße in Nürnberg.

- „Meiser hat behauptet, all dies (Brief von 1943) würde sich nicht gegen den Kampf des nationalsozialistischen Deutschland mit dem Judentum auf Leben und Tod richten.“
Der Satz stammt wortwörtlich aus dem Urteil des Reichsfinanzhofes und wird von Hans Meiser nur wiederholt!

- „Meiser hat sich nie von seinem Antisemitismus und seinem Fehlverhalten distanziert.“
Hans Meiser war im damaligen Sprachgebrauch kein Antisemit, also konnte und brauchte er sich nicht davon distanzieren. Aus heutiger Sicht kann man natürlich kritisieren, dass sein öffentliches Schweigen zum Synagogenbrand und zum Holocaust ein Fehlverhalten darstellt (wobei man wissen muss, dass fünf Monate, bevor die Synagogen brannten, auf Befehl Hitlers die eben erst renovierte Mutterkirche der Protestanten, St.Matthäus abgerissen wurde; zum öffentlichen Schweigen gegen die Judenverfolgung siehe weiter oben). Persönlich gebilligt hat er beides gewiss nicht.

- „Meiser hat keine Umkehr bezeugt gegenüber seinen rassistischen Äußerungen gegenüber den Juden.“
Das ist unsinnig. Hans Meiser ist nach dem Krieg mit Oberrabbiner Aron Ohrenstein in München zusammengetroffen, der ihn sehr schätzte. Das sind Gespräche auf einer Ebene, wie man es von einem Landesbischof erwartet. Eine Biographie Ohrensteins ist noch nicht erschienen.
Dadurch, dass Hans Meiser die Erklärung der Berliner Synode der EKD zum christlichen Verständnis der Judenfrage im Jahr 1950 im Amtsblatt mit der Empfehlung abdrucken ließ, sie in Männerabenden
und Bibelstunden zu behandeln, schaffte er die Basis für das heutige Verhältnis von Christen und Juden in Bayern. Die Erklärung enthält sowohl ein Schuldbekenntnis durch Unterlassen und Schweigen wie auch eine Lossagung vom Antisemitismus.