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ANFECHTUNGEN UND ANTWORTEN „Landesbischof Meiser kritisierte das NS-Regime nicht oder nicht deutlich“ Die Beziehungen zwischen Meiser und dem NS-Staat
verliefen in mehrfacher Hinsicht unter einem doppelten Aspekt: Im Oktober 1934 weigerte er sich, in seinem von der
Gestapo beschlossenen Hausarrest seine von der Reichkirchenregierung
beschlossene Absetzung als Bischof anzuerkennen. Die heftigen Proteste
der evangelischen Bevölkerung in Bayern zwangen Staat und NS-Partei,
diese Maßnahmen zurückzunehmen. Der württembergische Landesbischof Wurm,
dem damals das gleiche Schicksal widerfuhr, bezeichnete die
unnachgiebige Haltung Meisers später als die „einzige innenpolitische
Niederlage“, die Hitler in seinen Regierungsjahren erlitt. 1) Als die Nazis 1938 das Weihnachtsfest durch das germanische Julfest ersetzen wollten, schrieb Hans Meiser in einem Vorwort zum Buch „Evangelische Weihnacht“ (Furche-Verlag, Berlin 1938): „Deutsches Volk, lass dir die Weihnacht nicht nehmen, denn mit ihr würdest du den Heiland verlieren und mit dem Heiland die Heimat und das Vaterhaus!“ 2) In seiner Osterpredigt vom 25.4.1943 (!), gehalten in der Kreuzkirche München, kritisiert er das Regime ganz unverhohlen: „Es geht um die entscheidenden Grundfragen der Menschheit. Soll die Barbarei oder die Kultur triumphieren, der Massenwahn oder die gesunde Vernunft, der Nationalismus oder die Einheit der Menschen, die Hysterie oder das sichere, freudige Lebensbewusstsein, die Machtausübung und Überorganisierung oder das innerlich Gewachsene, die Materie oder der Geist, die Weltfrömmigkeit oder der Gottesglaube? Schließlich schießen alle Fragen in die eine große letzte Entscheidung zusammen: Untergang oder Auferstehung, Vernichtung oder Neuwerdung, Tod oder Leben.“ 3) Am
22.1.1945 schreibt Hans Meiser an seine Amtsbrüder: „Die Entgottung der
Welt musste mit ihrer Entseelung bezahlt werden, der Triumph der Technik
mit der Todesstarre der Mechanisierung, die Entfesselung der Instinkte
mit der Sturmflut der Kann es heftigere Kritik an Hitler und den Nationalsozialisten geben. Und unter welcher Gefahr wurden diese Worte öffentlich – in einer Diktatur – ausgesprochen? |