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KRITISCHE FRAGEN

• Warum wird der Unterschied der Lebensbedingung in einer totalitären Diktatur und einem geordneten demokratischen Rechtsstaat, in dem jeder ungestraft alles sagen kann, so wenig wahrgenommen?

• War der aufgrund der bei der russischen Revolution 1917/18 erfolgten Gräueltaten entstandene Antibolschewismus, der mit zu Hitlers Aufstieg beitrug, nicht verständlich? Ist „roter“ Terror weniger verabscheuungswürdig als „brauner“?

• Wie ist die breite Zustimmung der bayerischen Pfarrer im Kirchenkampf zu erklären, wenn seitens des Landesbischofs so viel Anpassung an das NS-Regime vorhanden war?

• Warum stand Hans Meiser nach dem Ende des 2.Weltkriegs bei der amerikanischen Besatzungsmacht und bei bedeutenden Vertretern des demokratischen Staatswesens wie Bundespräsident Theodor Heuß (FDP), Bundeskanzler Adenauer (CDU) oder dem Münchener Oberbürgermeister Thomas Wimmer (SPD) in so hohem Ansehen?

• Weshalb begleiteten 1956 Tausende von Bürgern in München und Nürnberg die Trauerfeierlichkeiten? Alles verkappte Nazis und Antisemiten?

• Warum gilt das Streben des Landesbischofs nach möglichst breiter Effizienz des kirchlichen Lebens weniger als die unmittelbare Konfrontation, die zu einer starken Einschränkung der kirchlichen Aktivitäten geführt hätte. Wäre eine „zerstörte“ bayerische Landeskirche wünschenswerter gewesen?

• Warum ist ein defensiver, hinhaltender Widerstand weniger wert als ein offensiver?

• Wäre es besser gewesen, Meiser hätte lauthals protestiert und wäre ins KZ gekommen?

• Wäre es besser gewesen, Meiser wäre als Märtyrer gestorben?

• Warum wird das in der Kirchenpolitik Meisers negativ Erscheinende mehr betont als das Positive?

• Warum hört man bei den Worten von der „allergetreuesten Oppisition“, die Meiser Hitler ins Angesicht sagte, nur die Formulierung „allergetreueste“ heraus, während Hitler nur das Wort „Opposition“ hörte?

• Weshalb werden aus dem Artikel von 1926 ausschließlich die antisemitischen, niemals aber die projüdischen Passagen zitiert?

• Weshalb wird Meisers schriftlicher Protest gegen die wirtschaftliche Schädigung der Juden von Ansbach zurückgehalten?

• Weshalb wird Meisers Protest gegen die Euthanasiemaßnahmen nicht gewürdigt?

• Weshalb zählt die Tatsache, dass Meiser und der Landeskirchenrat vielen Juden das Leben rettete, offenbar gar nichts? Weshalb wird darüber nur in Randnotizen berichtet, wohingegen der Artikel von 1926, der zudem noch zahlreiche projüdische Passagen enthält, als Maß aller Dinge herangezogen wird?

• Weshalb wird mittlerweile jede Handlung von Hans Meiser, mit der er sich gegen den totalitären Staat stellte, verharmlost?

• Weshalb wird ein- und derselbe Mensch zunächst 1934 als „Judenknecht“ angegriffen und von den nationalsozialistischen Machthabern verfolgt – und 70 Jahre später von Demokraten des Antisemitismus geziehen?

• Weshalb werden die Dinge so ausgelegt, dass sie Hans Meiser stets in negativem Licht erscheinen lassen? Sucht man einen Sündenbock?

• Weshalb werden viele Aktivitäten Meisers kritisch beleuchtet, ohne nach dem „Warum“, den Hintergründen und den Beweggründen zu fragen? Wer sich dieser Anstrengung unterzieht, kommt nämlich automatisch zu einem völlig anderen Ergebnis als der, welcher die Verhältnisse nur oberflächlich oder nur rein von der faktischen Seite her behandelt.

• Warum wird das Geschichtsbild über Hans Meiser derart verzerrt dargestellt?